Coinbase integriert Lightning-Transaktionen
Die große, regulierte US-Börse Coinbase hat schon lange angekündigt, Bitcoin-Transaktionen per Lightning einführen zu wollen. Nun wird es endlich konkret: Sie entscheidet sich für Lightspark als Technologieanbieter, was für das Startup ein Durchbruch ist – und wer weiß: vielleicht auch für Lightning als Ganzes.
Man sei begeistert, anzukündigen, dass Coinbase Lightspark ausgewählt habe, schreibt Lightspark in einer Pressemitteilung, und man arbeite bereits mit dem Team von Coinbase an der technischen Integration von Lightning.
Das Lightning-Netzwerk skaliert Bitcoin offchain, konnte aber bisher noch nicht die ersehnte Marktdurchdringung erreichen und steht zunehmend auch unter eigenen Anhängern in der Kritik. Die Integration durch die vermutlich wichtigste Bitcoin- und Kryptobörse in den USA könnte ein Durchbruch sein – insbesondere, wenn die technische Implementierung es erlaubt, Lightning regulatorisch konform, skalierbar und vor allem wartungsarm zuverlässig einzuführen.
Und genau das ist es, wozu Lightspark vor beinahe zwei Jahren gegründet wurde. Die Gründer, David Marcus und Nicolas Cabrera, bringen reichlich Erfahrung aus führenden Stellungen bei PayPal, eBay, Facebook und Bakkt mit; wenn jemand weiß, wie man eine Technologie auf den Markt und in die Masse bringt, dann sie.
Das nach zwei Jahren entwickelte Produkt „entfernt den Großteil der Komplexität, die üblicherweise damit einhergeht, wenn man einen Lightning-Node implementiert und verwaltet und Transaktionen zuverlässig senden und empfangen will“. Lightspark bietet eine SDK und APIs sowie weitere Entwicklerwerkzeuge an, die es erlauben, auf einfache und unkomplizierte Weise Zugang zum Lightning-Netzwerk zu erhalten. Mit „Lightspark Predict“ bietet das Startup zudem eine KI-unterstützte Engine an, die die Liquiditätsverwaltung und das Routing optimiert.
Coinbase verwendet, erklärt die Pressemitteilung, eine Implementierung von Lightspark, die es erlaubt, dass die Schlüssel, mit denen Transaktionen signiert werden, ausschließlich von Coinbase gehalten werden, während der Lightning-Node selbst von Lightspark gehostet und verwaltet wird. So profitiere Coinbase von der starken Infrastruktur von Lightspark und genieße die volle Funktionalität durch ein „einfaches und intuitives Interface“. Die Entwickler der Börse können sich derweil auf die „beste Ende-zu-Ende-Benutzererfahrung für ihre Kunden“ konzentrieren, ohne sich um die Komplexitäten kümmern zu müssen, die mit einer hochskalierten Lightning-Implementierung einhergehen.
In gewisser Weise verdeutlicht diese Nachricht, wo Lightning derzeit steht, was die Nachteile, aber auch was die Chancen sind: Die Komplexität, mit Lightning Bitcoins zu empfangen und zu senden, scheint ab einer gewissen Skalierung so weit ins Monströse zu erwachsen, dass noch nicht einmal Coinbase – immerhin eine der führenden Krypto-Plattformen der USA – es auf sich nehmen möchte, sondern lieber auslagert.
Das alles ist soweit weg von einer Graswurzelbewegung und der Emanzipation der einzelnen User und Händler, wie es nur sein kann. Lightning zeigt sich einmal mehr als Antithese zu Bitcoin. Allerdings bedeutet das nicht, dass es nicht eine sinnvolle Anwendung sein kann, wenn man Bitcoins über das Lightning-Netzwerk von Börse zu Börse versendet. Wenn Schnelligkeit und Gebühren wichtige Faktoren sind, dürften bei einer ausreichenden Durchdringung Lightning-Transaktionen zum neuen Standard werden. Das Warten auf Bestätigungen oder das Bezahlen von Gebühren würde damit der Vergangenheit angehören.
Und wer weiß – vielleicht könnte die Verbreitung und die Liquidität, die entsteht, wenn Börsen über Technologien wie von Lightspark Lightning zuverlässig und skalierbar integrieren, tatsächlich das gesamte Netzwerk so weit aufwerten, dass es auch für normale User besser – zuverlässiger auch bei höheren Beträgen – funktioniert.